Was ist Matcha? Herkunft, Herstellung und Geschmack des japanischen Grüntees

Matcha - japanischer Grüntee in Pulverform

Matcha (gesprochen „Matt-cha“) ist fein gemahlener, beschatteter japanischer Grüntee – und seit Jahren einer der stabilsten Foodtrends weltweit. Woher kommt das leuchtend grüne Pulver, wie wird es hergestellt, was unterscheidet Ceremonial von Culinary Grade, wonach schmeckt es und wie bereitet man es zu? Dieser Guide beantwortet die wichtigsten Fragen – kompakt und mit Blick auf Handel und Gastronomie.

Was ist Matcha? Die kurze Antwort

Matcha ist pulverisierter Grüntee aus Japan. Anders als bei losem Tee wird hier das ganze Teeblatt mitgetrunken. Die Teepflanze Camellia sinensis wird vor der Ernte mehrere Wochen lang beschattet. Die geernteten Blätter werden gedämpft, getrocknet und von Stielen und Blattadern befreit – in diesem Zustand heißen sie Tencha. Anschließend mahlen Steinmühlen das Tencha langsam zu einem extrem feinen, leuchtend grünen Pulver.

Die wichtigsten Anbaugebiete liegen in Japan – allen voran Uji bei Kyoto sowie Nishio in der Präfektur Aichi. Genau diese Herstellung – Beschattung, Tencha, Steinmahlung – unterscheidet Matcha von einfachem grünem Teepulver.

Herkunft
Japan (Uji, Nishio)
Pflanze
Camellia sinensis, beschattet
Rohware
Tencha, auf Steinmühlen vermahlen
Geschmack
herb, umami, leicht süßlich
Qualitätsstufen
Ceremonial & Culinary Grade
Koffein
18,9–44,4 mg/g Pulver1

Wie spricht man Matcha aus?

Matcha wird „Matt-cha“ ausgesprochen – mit kurzem, hartem „t“ und einem „cha“ wie in „Chai“. Das japanische Wort 抹茶 (maccha) bedeutet wörtlich „gemahlener Tee“. Falsch ist die häufig gehörte Aussprache „Matscha“ mit gedehntem „sch“. Wer im Café einen „Matt-cha Latte“ bestellt, liegt goldrichtig.

Herkunft & Geschichte

Die Wurzeln des Matcha reichen mehr als 800 Jahre zurück. Pulverisierter Grüntee kam ursprünglich aus China nach Japan, wo ihn Zen-Mönche in ihren Klöstern zubereiteten und tranken. Aus dieser Tradition entwickelte sich die japanische Teezeremonie (Chanoyu) – ein hochritualisiertes Zubereiten und Trinken von Matcha, das bis heute eng mit dem Zen-Buddhismus verbunden ist.

Heute stammt der Großteil des japanischen Matcha aus den Regionen Uji (Präfektur Kyoto) und Nishio (Präfektur Aichi); weitere Anbaugebiete liegen etwa in Shizuoka und Kagoshima. Während Matcha in Japan über Jahrhunderte kultureller Alltag war, begann der weltweite Boom erst im 21. Jahrhundert: Matcha-Latte, Matcha-Eis und Matcha-Backwaren machten den Grüntee zum globalen Foodtrend, der bis heute anhält.

Herstellung: Beschattung, Tencha, Steinmühle

Matcha unterscheidet sich von anderem Grüntee vor allem durch seine Herstellung. Sie läuft in drei Stufen ab:

  1. Beschattung: Rund drei bis vier Wochen vor der Ernte werden die Teesträucher mit Matten oder Netzen abgedeckt. Die Pflanze bildet unter wenig Licht mehr Chlorophyll und behält mehr Aminosäuren wie L-Theanin – das prägt die tiefgrüne Farbe und den Umami-Geschmack.
  2. Tencha: Geerntet werden vor allem die jungen Blätter der ersten Ernte im Frühjahr. Sie werden kurz gedämpft, damit sie nicht oxidieren, und anschließend ohne Rollen getrocknet – anders als beim Sencha. Danach werden Stiele und Blattadern entfernt. Das Ergebnis, flache getrocknete Blattstücke, heißt Tencha und ist die Rohware für Matcha.
  3. Steinmühle: Traditionell wird Tencha auf langsam drehenden Granit-Steinmühlen vermahlen. Eine Mühle schafft nur wenige Dutzend Gramm pro Stunde; das langsame Mahlen hält die Reibungswärme gering und ergibt ein sehr feines Pulver. Günstigere Qualitäten werden auch mit Kugel- oder Luftstrahlmühlen gemahlen.

Weil frisch gemahlener Matcha licht-, luft- und wärmeempfindlich ist, wird er meist in lichtdichten, luftdicht verschlossenen Dosen oder Beuteln abgefüllt und sollte nach dem Öffnen kühl und trocken gelagert werden.

Warum ist Matcha so leuchtend grün?

Die intensive grüne Farbe von Matcha stammt von Chlorophyll. Weil die Teepflanze vor der Ernte beschattet wird, bildet sie besonders viel Chlorophyll – das Blatt wird tiefgrün. Je leuchtender und satter das Grün im Pulver, desto höher ist in der Regel die Qualität.

Wichtig: Diese Farbe ist zu 100 % natürlich – kein Farbstoff. Ein stumpfes, gelbliches oder bräunliches Grün deutet dagegen auf einfache oder alte Ware hin. Genau diese natürliche Leuchtfarbe macht Matcha auch auf Instagram und TikTok so beliebt.

Wonach schmeckt Matcha?

Der Geschmack von Matcha lässt sich am besten als herb-grasig, vegetal und umami beschreiben – mit einem leicht süßlichen Nachgeschmack. „Umami“ ist der herzhafte, runde Grundgeschmack, der Matcha seine charakteristische Tiefe gibt und ihn von gewöhnlichem grünem Tee abhebt.

Wie ausgeprägt die Bitterkeit ist, hängt stark von der Qualität ab: Hochwertiger Ceremonial-Grade-Matcha schmeckt cremig-mild, fast samtig und kaum bitter. Günstigerer Culinary Grade ist kräftiger, herber und manchmal leicht adstringierend – ideal, um sich gegen Milch, Zucker oder Schokolade durchzusetzen. Im Gegensatz zum milden, vanillig-süßen Ube polarisiert Matcha durch seine herbe Note durchaus – genau das schätzen seine Fans aber.

Ceremonial vs. Culinary Grade

Matcha gibt es in unterschiedlichen Qualitätsstufen. Die beiden Begriffe, die man beim Einkauf immer wieder liest, sind Ceremonial Grade und Culinary Grade. Es handelt sich um Handelsbezeichnungen – gesetzlich definiert sind sie nicht, die Einstufung legt der jeweilige Anbieter fest.

MerkmalCeremonial GradeCulinary Grade
Blätterjunge Blätter der ersten Erntespätere Ernten, ältere Blätter
Vermahlungmeist Steinmühle, sehr feinStein-, Kugel- oder Luftstrahlmühle
Geschmackcremig, mild, kaum bitterkräftig, herber
Farbeleuchtend, sattgrünetwas matter, olivgrün
Zubereitungpur mit WasserLatte, Backen, Eis, Schokolade
Preishöhergünstiger

Kurz gesagt: Ceremonial Grade ist für den puren Genuss gedacht, Culinary Grade für die Verarbeitung. Für einen Matcha Latte oder Matcha-Schokolade ist Culinary Grade völlig ausreichend – er behält seinen Geschmack auch neben Milch und Zucker.

Matcha vs. grüner Tee – der Unterschied

Matcha ist grüner Tee – aber in einer besonderen Form. Der entscheidende Unterschied liegt in Verarbeitung und Zubereitung:

  • Aufgegossener Grüntee (z. B. Sencha): Die gerollten Blätter ziehen im Wasser und werden wieder entfernt – man trinkt nur den Aufguss.
  • Matcha: Das ganze, fein gemahlene Blatt wird in Wasser aufgeschlagen und mitgetrunken.

Weil beim Matcha das komplette Blatt im Getränk landet, sind Geschmack, Farbe und Koffeingehalt pro Tasse deutlich intensiver. Hinzu kommt die Beschattung der Teepflanzen, die für das tiefe Grün und den ausgeprägten Umami-Geschmack sorgt – ein Schritt, den die meisten anderen Grüntees nicht durchlaufen.

Zubereitung: Usucha, Koicha, Latte

Für die klassische Zubereitung braucht man eine Schale (Chawan), einen Bambuslöffel (Chashaku) und einen Bambusbesen (Chasen). Wichtig ist nicht kochendes, sondern etwas abgekühltes Wasser – zu heißes Wasser betont die Bitterkeit.

  • Usucha (dünner Matcha): 1–2 g Pulver (etwa 1–2 Chashaku) in die Schale sieben, 60–80 ml Wasser von 70–80 °C dazugeben und mit dem Chasen zügig in M- oder W-Bewegungen schlagen, bis feiner Schaum entsteht.
  • Koicha (dicker Matcha): etwa die doppelte Menge Pulver mit nur 30–40 ml Wasser langsam zu einer dickflüssigen Paste verrühren – traditionell mit Ceremonial Grade.
  • Matcha Latte: Matcha mit wenig heißem Wasser aufschlagen und mit aufgeschäumter Milch oder Pflanzendrink auffüllen. Schritt für Schritt erklärt im Guide Matcha Latte selber machen.

Koffeingehalt von Matcha

Matcha enthält Koffein. Weil das ganze gemahlene Blatt im Getränk landet, ist der Gehalt pro Tasse meist höher als bei aufgegossenem Grüntee. Wie viel genau, schwankt je nach Anbau, Ernte und Verarbeitung erheblich: Eine Übersichtsarbeit nennt für untersuchte Matcha-Proben 18,9 bis 44,4 mg Koffein pro Gramm Pulver.1

Bei einer üblichen Usucha-Portion von 1 bis 2 g Pulver ergibt das rechnerisch etwa 19 bis 89 mg Koffein pro Schale. Für ein konkretes Produkt ist immer die Angabe des Herstellers maßgeblich; bei verarbeiteten Produkten wie Matcha-Schokolade hängt der Gehalt vom Matcha-Anteil der Rezeptur ab.

1 Quelle: Kochman J., Jakubczyk K., Antoniewicz J., Mruk H., Janda K.: Molecules 2021, 26(1), 85. doi:10.3390/molecules26010085

Wie wird Matcha verwendet?

Matcha ist erstaunlich vielseitig – traditionell pur, modern in unzähligen Anwendungen:

  • Matcha Latte – der wohl beliebteste Matcha-Drink in Cafés und Coffeeshops
  • Pur (Usucha/Koicha) – mit Wasser aufgeschlagen, klassisch in der Teezeremonie
  • Backen – Matcha-Cookies, -Kuchen, -Crinkles und -Muffins
  • Matcha-Eis – eines der bekanntesten Matcha-Desserts weltweit
  • Matcha-Schokolade – die herbe Note harmoniert hervorragend mit weißer Schokolade
  • Smoothies & Bowls – als grüne Zutat für Farbe und Geschmack

Mehr Ideen und Anleitungen finden Sie in unserem Guide Matcha-Rezepte: Latte, Gebäck & mehr.

Matcha im Handel: Sortiment & Mytcha

Im Handel begegnet Matcha heute in drei Formen:

  • Matcha-Pulver: im Tee-Fachhandel, in gut sortierten Supermärkten und online – auf Herkunft (Japan), Erntezeitpunkt und Qualitätsstufe achten
  • Zutat für Gastronomie und Bäckerei: Culinary Grade in Großgebinden für Latte, Backwaren und Eis
  • Fertige Matcha-Produkte: Schokolade, Cookies, Riegel und Drinks – ein Bereich, der vom anhaltenden Trend profitiert und sich ohne Zubereitungsaufwand listen lässt

Mytcha: Matcha-Schokolade als VOVAN-Eigenmarke

Sie sind Einkäufer:in im LEH, Foodservice oder Convenience und möchten Matcha ins Sortiment nehmen? VOVAN Global bietet mit der Eigenmarke Mytcha Matcha-Schokolade in sieben Sorten im B2B-Großhandel für DACH und EU – ein fertiges Regalprodukt statt erklärungsbedürftigem Pulver. Sorten, Verpackung und Konditionen finden Sie auf der Mytcha-Markenseite.

Matcha vs. Ube – das grüne und das lila Trend-Duo

Während Matcha grün, herb und koffeinhaltig ist, gilt Ube – die violette Yamswurzel aus den Philippinen – als sein lila Trend-Verwandter: mild-süß, vanillig und koffeinfrei. Beide sind Naturfarben-Stars und treiben gemeinsam den Foodtrend an. Wer wissen will, wo die Gemeinsamkeiten und Unterschiede für Sortiment und Einkauf liegen, findet alles im Hauptbeitrag Ube vs. Matcha.

Häufige Fragen zu Matcha

Was ist Matcha?

Matcha ist fein gemahlener japanischer Grüntee. Die Teepflanze (Camellia sinensis) wird vor der Ernte einige Wochen beschattet, die Blätter werden gedämpft, getrocknet, von Stielen und Blattadern befreit (dann Tencha genannt) und auf Steinmühlen zu feinem Pulver vermahlen. Anders als bei aufgegossenem Tee wird das ganze gemahlene Blatt mitgetrunken.

Wie wird Matcha hergestellt?

In drei Schritten: Beschattung der Teesträucher rund drei bis vier Wochen vor der Ernte, Verarbeitung der Blätter zu Tencha (dämpfen, ohne Rollen trocknen, Stiele und Blattadern entfernen) und langsames Vermahlen auf Steinmühlen aus Granit, die nur wenige Dutzend Gramm Pulver pro Stunde schaffen.

Wie schmeckt Matcha?

Herb-grasig und vegetal mit ausgeprägter Umami-Note und leicht süßlichem Nachgeschmack. Ceremonial Grade schmeckt cremig-mild und kaum bitter, Culinary Grade kräftiger und herber – er setzt sich deshalb auch gegen Milch, Zucker oder Schokolade durch.

Wie viel Koffein enthält Matcha?

Der Koffeingehalt schwankt je nach Probe deutlich: Eine Übersichtsarbeit (Kochman et al., Molecules 2021, doi:10.3390/molecules26010085) nennt 18,9 bis 44,4 mg Koffein pro Gramm Matcha-Pulver. Bei 1 bis 2 g Pulver pro Schale sind das rechnerisch etwa 19 bis 89 mg. Maßgeblich ist die Angabe auf dem jeweiligen Produkt.

Was ist der Unterschied zwischen Matcha und grünem Tee?

Bei aufgegossenem Grüntee werden die Blätter nach dem Ziehen entfernt, man trinkt nur den Aufguss. Bei Matcha wird das ganze, fein gemahlene Blatt in Wasser aufgeschlagen und mitgetrunken. Dazu kommen die Beschattung vor der Ernte und die Verarbeitung zu Tencha, die Farbe und Umami-Geschmack prägen.

Was bedeutet Ceremonial Grade?

Ceremonial Grade ist eine Handelsbezeichnung für hochwertigen Matcha aus jungen Blättern der ersten Ernte: besonders fein vermahlen, leuchtend grün und mild – gedacht für die pure Zubereitung mit Wasser. Culinary Grade ist kräftiger und herber und wird für Latte, Backwaren, Eis und Schokolade verwendet. Gesetzlich definiert sind beide Begriffe nicht.

Wie bereitet man Matcha zu?

Für dünnen Matcha (Usucha) 1 bis 2 g Pulver in eine Schale sieben, mit 60 bis 80 ml Wasser von 70 bis 80 °C übergießen und mit dem Bambusbesen (Chasen) zügig in M- oder W-Bewegungen schaumig schlagen. Für einen Matcha Latte den aufgeschlagenen Matcha mit aufgeschäumter Milch auffüllen.

Wo bekommt der Handel Matcha-Produkte?

Matcha-Pulver gibt es im Tee-Fachhandel, in gut sortierten Supermärkten und online. Für Einkäufer im LEH, Foodservice und Convenience bietet VOVAN Global mit der Eigenmarke Mytcha Matcha-Schokolade in sieben Sorten im B2B-Großhandel an.

Für Handel und Gastronomie: Muster und Händlerkonditionen erhalten Sie auf Anfrage – eine kurze Nachricht über das Kontaktformular genügt (Betreff „Sample-Kit anfordern“).

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